Das Areal des heutigen Alten Postgeländes in Strausberg geht auf einen Bunker der Deutschen Post der DDR zurück, dessen Projektierung Ende der 1970er-Jahre begann und der 1984 fertiggestellt wurde. Auf zwei Etagen mit einer Gesamtnutzfläche von rund 8.500 m² und einer Grundfläche von etwa 65 mal 65 Metern diente die Anlage als zentraler Nachrichtenknotenpunkt: Sie sicherte die Fernmeldekommunikation für militärische Kommandostrukturen, war mit weiteren strategischen Bunkern wie dem Bunker Harnekop und dem Bunker Garzau verbunden und war zugleich als Führungsbunker für den Minister für Post- und Fernmeldewesen der DDR sowie für die Schaltorganisation des Sondernetzes 1 vorgesehen. Ein mehrere hundert Meter langer Zugangstunnel verband das oberirdische Dienstgelände mit dem unterirdischen Bunkerkomplex.
Nach der Wende 1990 übernahm zunächst die Deutsche Telekom Teile des Geländes, bis 1995 ist zudem eine Nutzung des Bunkers durch die Bundeswehr nachweisbar. Danach wurde der Bunker verschlossen und blieb über 25 Jahre lang unzugänglich. Erst 2018 begann mit der Übernahme durch den gemeinnützigen Verein Orte der Geschichte e. V. eine neue Kapitel: Das ehemalige militärische Sperrgebiet sollte zu einer Bildungs- und Begegnungsstätte umgewandelt werden. Am 31. August 2019 konnten erstmals seit dem Verschluss des Bauwerks wieder Besucherinnen und Besucher den Bunker betreten. Seither hat sich das umliegende, von Wald umgebene Gelände zu einem lebendigen Kulturquartier mit unterschiedlichsten Akteuren entwickelt.